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Corthea aus Innsbruck entwickelt personalisierte Nahrungsergänzung im Longevity-Bereich. Die Produktidee ist klar: Statt statischer Monatspakete soll die tägliche Zusammenstellung künftig stärker auf aktuelle Daten aus Wearables reagieren.

Damit stellte sich für das Team nicht nur die Frage, wie das Produkt technisch funktionieren kann. Ebenso wichtig war: Für welche Zielgruppen ist der Ansatz besonders relevant? Wie lässt sich der Nutzen verständlich vermitteln? Und wie wird aus der Vision etwas, das Testnutzer, Partner oder Kapitalgeber in wenigen Minuten erfassen können?

Genau an diesen Punkten setzte das KI-Enablement-Training an.

Strategie und Prototyping in einem Prozess

Am 27. Mai 2026 arbeitete das Corthea-Team in Innsbruck gemeinsam mit dockyard.ventures GmbH an der Weiterentwicklung des Go-to-Market und an einem ersten sichtbaren Produktkonzept. Moderiert wurde das Training von Julian Thuile. Es fand im Rahmen des Projekts MMIND statt und wurde über Erasmus+ und AIBA gefördert.

Im Zentrum stand nicht ein fertiges externes Beratungsergebnis. Das Team sollte lernen, den gesamten Prozess selbst mit Unterstützung von KI zu durchlaufen.

Die Trainingsstrecke reichte von der strategischen Positionierung über die Zielgruppenauswahl bis hin zur Validierung konkreter Produktannahmen.

Das Team arbeitete unter anderem an:

  • Unternehmensvision und Positionierung

  • relevanten Verticals und Ideal Customer Profiles

  • Marktpotenzial und Priorisierung

  • Value Proposition und zentralen Botschaften

  • Sales Journey und passenden Kanälen

  • kritischen Hypothesen und geeigneten Validierungsmethoden

  • Zielen und Kennzahlen entlang des Funnels

Dabei wurde nicht nur darüber gesprochen, wie sich Annahmen testen lassen. Die Ergebnisse wurden direkt weiterverarbeitet.

Aus Strategie wird ein sichtbares Produkt

Ein besonders konkretes Ergebnis des Trainings war der Konzept-Prototyp Corthea One.

Die Produktidee wurde als Daily Capsule System visualisiert und in eine verständliche User Journey übersetzt. Der Prototyp beschreibt das Zusammenspiel von Pellet, Maschine und App und zeigt den Ablauf vom Aufwachen über den Daten-Sync und die individuelle Zusammenstellung bis zur Einnahme und Auswertung.

Ergänzt wurde das Konzept durch ein reduziertes App-Interface, eine Roadmap vom Software-MVP über den Hardware-Prototyp bis zur Closed Beta sowie KI-generierte Produktvisualisierungen.

Damit entstand ein Stand, der die Produktidee auch für Personen ohne tiefes technisches Vorwissen schnell verständlich macht.

Claude als Sparringspartner von der Strategie bis zum Prototyp

Als zentrales KI-Werkzeug kam Claude von Anthropic zum Einsatz.

Das Team nutzte Claude unter anderem für Segmentierung, Value-Proposition-Formulierung, Hypothesenbildung und die Entwicklung des klickbaren Konzept-Prototypen.

Wichtig war dabei die durchgehende fachliche Prüfung durch das Team. KI diente als Analyse-, Strukturierungs- und Prototyping-Werkzeug, nicht als automatisierter Entscheider.

So lernte Corthea nicht nur einzelne Prompts oder Funktionen kennen, sondern einen durchgängigen Arbeitsprozess: von der strategischen Fragestellung bis zum sichtbaren Produktentwurf.

Was nach dem Training bleibt

Am Ende des Trainings lagen unter anderem priorisierte Verticals, ein dokumentiertes Ideal Customer Profile, eine geschärfte Value Proposition, ein ausgearbeiteter Funnel, kritische Hypothesen mit passenden Validierungsmethoden, eine Roadmap und ein klickbarer Konzept-Prototyp vor.

Der grössere Mehrwert liegt jedoch in der übertragbaren Methode.

Corthea kann die Vorgehensweise künftig auf weitere Wirkstofflinien, Zielgruppen und Produktideen anwenden. Strategie, Validierung und Prototyping werden damit nicht zu einem einmaligen Projekt, sondern zu einer Kompetenz, die im Unternehmen bleibt.

Auch der Austausch im Training spielte dabei eine wichtige Rolle. dockyard.ventures brachte Erfahrung aus Go-to-Market- und Prototyping-Prozessen ein, Corthea das eigene Domänenwissen aus Longevity, Wirkstoffkunde und Wearable-Daten. Zusätzlich konnten Erkenntnisse mit einem weiteren Unternehmen aus dem Longevity-Umfeld geteilt werden.

„Wow, wir haben in zwei Stunden Training mit Julian mehr gelernt als in zwei Tagen OMR Festival.“

KI in der Praxis: Von der Idee zum testbaren Produkt

Das Praxisbeispiel von Corthea zeigt, wie KI unterschiedliche Phasen der Produktentwicklung verbinden kann: Markt verstehen, Zielgruppen schärfen, Nutzen formulieren, Hypothesen identifizieren und die Idee so visualisieren, dass sie diskutiert und getestet werden kann.

Genau darin liegt der Wert des Trainingsformats: Das Ergebnis bleibt im Unternehmen und ebenso die Methode, mit der der nächste Schritt selbstständig weiterentwickelt werden kann.