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57,4 Prozent der Menschen, die Ende 2024 in Liechtenstein arbeiteten, pendelten aus dem Ausland ein. Im Industriesektor kamen sogar 68 Prozent der Personalressourcen von Zupendelnden. Im ersten Quartal 2026 nannten 25 Prozent der Dienstleistungsunternehmen den Arbeitskräftemangel als wichtigstes Leistungshindernis.

Der Liechtensteiner Arbeitsmarkt ist längst ein regionaler Arbeitsmarkt. Er reicht in die Ostschweiz, nach Vorarlberg und in den weiteren Alpenrheinraum.

Trotzdem funktioniert die Suche nach Fachkräften oft noch erstaunlich kleinteilig. Unternehmen veröffentlichen Stellen auf mehreren Portalen, warten auf Bewerbungen und beauftragen bei schwierigen Rollen zusätzlich eine Personalvermittlung. Kandidatinnen und Kandidaten werden vor allem über Lebensläufe, Jobtitel und Stichworte sichtbar.

Das kostet Zeit und Geld. Es lässt auch einen Teil des Marktes unsichtbar: Fachkräfte, die nicht aktiv suchen, sich aber für die richtige Aufgabe interessieren würden. In einer kleinen Region kommt ein weiteres Problem hinzu. Wer über einen Wechsel nachdenkt, möchte nicht sofort im eigenen Netzwerk erkannt werden.

Aus diesem Bedarf ist RheinTalent entstanden.

RheinTalent ist eine neue, KI-basierte regionale Personalvermittlung für Fach- und Spezialistenrollen. Die Plattform verbindet ein transparentes Erfolgsmodell mit anonymen Talentprofilen und einem AI-first-Prozess. KI hilft, vorhandene Informationen schneller zu strukturieren und eine mögliche Verbindung zu erklären. Die Entscheidung bleibt bei Unternehmen und Talenten.

Das Modell verändert nicht nur den Vermittlungsprozess, sondern auch die finanziellen Anreize. Unternehmen sollen den regionalen Talentpool einfacher testen und im Erfolgsfall deutlich weniger bezahlen. Talente sollen ebenfalls unmittelbar von einer erfolgreichen Vermittlung profitieren.

Am 20. August stellen wir den Prototyp beim AI Café in Schaan erstmals öffentlich vor. Unternehmen und Kandidatinnen oder Kandidaten können dort kostenlos einsteigen.

🎙️ Du hörst des Newsletter lieber? Hier eine kurze, KI-generierte Audio-Zusammenfassung dieser Ausgabe:

Wie sich das Geschäftsmodell entwickelt hat

Die erste Idee entstand im Sommer 2024 im Rahmen der Mastermind-Gruppe “KMU-Tools”. Die Ausgangsfrage war einfach:

Wie könnte Personalvermittlung in Liechtenstein und im Alpenrheintal besser funktionieren, wenn Technologie nicht nur Lebensläufe sortiert?

Die Idee blieb zunächst liegen. 2026 kam sie in der Mastermind-Gruppe wieder auf den Tisch. Am 26. März arbeiteten Alexander Jeeves, Manuel Pfiffner, Zeno John und Hartmut Hübner aus unterschiedlichen Perspektiven einen ersten konkreten Produktansatz aus.

Alexander brachte seine Erfahrung aus der Finanzbranche, sein regionales Netzwerk und den Blick auf Markt und Geschäftsmodell ein. Manuel ergänzte die Perspektive auf Infrastruktur und technische Machbarkeit. Zeno entwickelte schnelle Software-Prototypen. Hartmut verantwortet KI-Architektur, Produktentwicklung und die Koordination des Vorhabens.

Aus dem gemeinsamen Vorhaben soll noch im Sommer 2026 ein Joint Venture von Jeeves Group und MMIND.ai entstehen. Entscheidend ist dabei nicht die Gründungsgeschichte allein. Entscheidend ist, dass mehrere regionale KMU ein reales Problem aufgenommen und in kurzer Zeit in einen testbaren Prototyp übersetzt haben.

Wir wollten keine weitere Stellenbörse bauen. Und auch keine digitale Kopie einer klassischen Personalvermittlung.

Vier Probleme, die RheinTalent anders angeht

1. Fachkräfte sind nicht immer aktiv auf Stellensuche

Ein Stellenportal erreicht vor allem Menschen, die gerade suchen. Für schwer zu besetzende Fach- und Spezialistenrollen reicht das oft nicht.

Bei RheinTalent können Kandidatinnen und Kandidaten kostenlos ein Profil anlegen, auch ohne sich auf eine konkrete Stelle zu bewerben. Das Profil beginnt anonym. Name und Kontaktdaten werden erst freigegeben, wenn die Person einem Kontakt zustimmt. Bestimmte Arbeitgeber können ausgeschlossen werden.

Unternehmen erhalten damit Zugang zu regionalen Talenten, die für eine passende Chance offen sind. Diese Menschen müssen sich nicht öffentlich als wechselbereit zeigen.

2. Ein Lebenslauf zeigt nur einen Teil der Person

Jobtitel und bisherige Funktionen sind nützlich. Sie übersehen aber häufig übertragbare Fähigkeiten, Motivation und den Kontext, in dem jemand gut arbeiten kann.

RheinTalent nutzt KI, um Lebensläufe, LinkedIn-Angaben und geführte Gespräche in ein strukturiertes Profil zu übersetzen. Vorgeschlagene Skills müssen bestätigt werden. Das System unterscheidet zwischen Angaben der Person und Schlussfolgerungen der KI.

Auch Unternehmen beschreiben mehr als eine Aufgabenliste. Sie erfassen die Rolle, die benötigten Fähigkeiten und das konkrete Arbeitsumfeld. KI hilft, vorhandene Stellen- und Unternehmensinformationen zu strukturieren. Das soll den Aufwand bis zu einem brauchbaren Suchprofil reduzieren.

3. Finanzielle Anreize für Unternehmen und Kandidaten

RheinTalent setzt die Anreize bewusst anders.

Unternehmen können sich kostenlos registrieren und Stellen bis Ende 2026 kostenlos veröffentlichen. Ab 2027 kostet die Mitgliedschaft lediglich CHF 900.- p.a. als Pauschalpreis für unendlich viele Stellenausschreibungen. Eine Vermittlungsgebühr fällt erst an, wenn über RheinTalent tatsächlich eine Stelle besetzt wird.

In diesem Fall bezahlen Unternehmen 8 Prozent des vertraglich vereinbarten fixen Bruttojahreslohns. Die Gebühr beträgt mindestens CHF 5'000 und höchstens CHF 12'500.

Veröffentlichte Honorarmodelle aus der Schweiz liegen je nach Lohnhöhe beispielsweise zwischen 10 und 22 Prozent beziehungsweise zwischen 14 und 20 Prozent. Gegenüber vielen klassischen Modellen reduziert RheinTalent die Vermittlungsgebühr damit ungefähr um die Hälfte. Gleichzeitig bleibt der maximale Betrag begrenzt.

Auch Talente sollen direkt von einer erfolgreichen Vermittlung profitieren. Die Nutzung von RheinTalent bleibt für sie kostenlos. Kommt eine Anstellung zustande, können sie zwischen einem Sign-on-Bonus und einem Mentoring mit einer erfahrenen Führungskraft aus der Region wählen. Das Mentoring wird im Rahmen des Piloten schrittweise eingeführt.

Der wirtschaftliche Vorteil liegt damit nicht mehr nur beim Vermittler. Das Unternehmen spart, und die Person, die den Wechsel wagt, erhält ebenfalls einen direkten Gegenwert.

4. Mehr Daten ergeben noch kein besseres Gespräch

RheinTalent ergänzt das Skills Matching um eine neue Perspektive: Purpose Matching.

Ein geführtes KI-Interview hilft Talenten, Motivation, Stärken und gewünschte Wirkung zu formulieren. Als Gesprächsrahmen dienen die vier Ikigai-Dimensionen. Ein zweites Interview hilft Unternehmen, Why, How, What und gelebte Werte entlang des Golden Circle zu beschreiben.

Beide Seiten erhalten ein bearbeitbares Purpose-Statement. Das System vergleicht bestätigte Aussagen und erklärt, weshalb eine Verbindung ein Gespräch wert sein könnte.

Wir glauben, dass dadurch ein konkreteres erstes Gespräch möglich wird. Bewiesen ist das noch nicht. Purpose Matching ist weder ein Eignungstest noch eine Erfolgsprognose. Es darf Menschen nicht automatisch aussortieren oder in eine Rangliste bringen.

Der Pilot soll zeigen, ob Skills, Purpose und Arbeitskontext tatsächlich zu relevanteren Gesprächen führen. Genau deshalb starten wir mit echten Unternehmen und Talenten aus der Region.

«AI-first» bedeutet bei RheinTalent nicht, dass eine KI Personalentscheide übernimmt.

Es bedeutet, dass wiederkehrende Vorarbeit automatisiert wird:

  • vorhandene Unternehmens- und Stelleninformationen strukturieren;

  • Kandidaten-Profile aus CV, LinkedIn und Gesprächen vorbereiten;

  • übertragbare Skills zur Bestätigung vorschlagen;

  • mögliche Verbindungen nach Skills, Purpose und Kontext erklären;

  • die Freigabe des direkten Kontakts sauber steuern.

Diese Schritte sollen die Zeit zwischen einer offenen Stelle und einem relevanten ersten Gespräch verkürzen. Ob und wie stark das gelingt, werden wir im Pilot messen. Wir veröffentlichen noch keine erfundene Time-to-Hire-Zahl.

Der Mensch bleibt an den entscheidenden Stellen im Ablauf. Das Talent bestätigt sein Profil und entscheidet über die Identitätsfreigabe. Das Unternehmen beurteilt die Erklärung und führt das Gespräch. Beide Seiten entscheiden, ob sie weitergehen.

Teste Rheintalent.li bereits jetzt

Du musst nicht bis zum AI Café warten. RheinTalent.li ist bereits geöffnet.

Schau dir die Einstiege für Unternehmen und Talente an. Teste, ob das Angebot verständlich ist und ob du den nächsten Schritt sofort findest. Wenn du eine offene Fach- oder Spezialistenrolle hast, kannst du den Unternehmenszugang ausprobieren und eine Stelle erfassen. Als Kandidatin oder Kandidat kannst du ein kostenloses, zunächst anonymes Profil beginnen.

Wir freuen uns auf dein Feedback. Antworte einfach auf diesen Newsletter und schreibe uns:

  • Was war auf Anhieb klar?

  • Wo bist du hängen geblieben?

  • Was fehlt dir als Unternehmen oder Talent?

Die Rückmeldung fliesst direkt in die nächsten Produktentscheidungen ein.

KI-Café 20. August: Startschuss für das Onboarding

Beim AI Café am Donnerstag, 20. August 2026, zeigen wir RheinTalent erstmals öffentlich.

  • Zeit: 17:30 bis 19:30 Uhr

  • Ort: Kloster Schaan, Duxgass 55, Schaan

  • Teilnahme: kostenlos

Unternehmen können eine offene Fach- oder Spezialistenrolle mitbringen, den Arbeitgeber-Einstieg testen und eine Stelle erfassen. Talente können ein kostenloses, zunächst anonymes Profil starten.

Der Einstieg vor Ort kostet nichts. Für Unternehmen bleibt die Stellenpublikation bis Ende 2026 kostenlos. Nur bei einer erfolgreichen Vermittlung gilt die veröffentlichte Erfolgsgebühr.

Wir freuen uns auf das Treffen im August in Schaan.

Fragen zu den Veranstaltungen oder zur Umsetzung von KI? Antworte direkt auf diese E-Mail. Wir melden uns umgehend.

🎬 Video: Recruiting im Rheintal

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