GERRYFRICK Est. aus Balzers ist eine Agentur für Marketing, Kommunikation und Positionierung mit einem Kundenkreis in Liechtenstein und der Ostschweiz. Das gewachsene Projektgeschäft liegt vor allem im B2B-Bereich und bei Marken aus dem Bauumfeld.
Parallel dazu entstand die Idee für einen eigenen digitalen Service für kleinere B2C-Betriebe.
Der Ausgangspunkt dafür ist aus vielen kleinen Unternehmen bekannt: Kommunikation wird häufig von einer Person nebenbei erledigt. Es fehlt an Zeit, Routine oder passendem Bildmaterial, Freigaben benötigen mehrere Schleifen und bei Personalwechseln kann Wissen über Tonalität und Kanäle verloren gehen.
Für GERRYFRICK eröffnete sich daraus eine interessante neue Geschäftsmöglichkeit. Gleichzeitig mussten zentrale Fragen geklärt werden: Wer ist der ideale Zielkunde? Wer nutzt den Service und wer entscheidet über den Kauf? Welcher Nutzen überzeugt beide Seiten? Und wie lassen sich die ersten zahlenden Kunden gewinnen?
Zielgruppen und Nutzen konsequent aus zwei Perspektiven denken
Im Rahmen des Projekts MMIND arbeitete das GERRYFRICK-Team in einem KI-Enablement-Workshop gemeinsam mit dockyard.ventures GmbH an diesen Fragen.
Eine Besonderheit des Geschäftsmodells wurde schnell zentral: Die Person, die den Service täglich nutzt, ist nicht zwingend diejenige, die ihn kauft.
Deshalb wurden zwei Rollen getrennt betrachtet: die Kommunikationsverantwortlichen als Nutzerinnen und Nutzer sowie die Geschäftsleitung als kaufende Seite. Für beide entwickelte das Team eigene Kernbotschaften und konkrete Nutzenargumente.
Anschliessend entstand eine übergreifende Botschaft, die beide Perspektiven für Website und One-Pager zusammenführt.
Damit wurde aus einer allgemeinen Serviceidee Schritt für Schritt ein deutlich konkreteres Angebot.
Von Annahmen zu einem testbaren Markteintritt
Der Workshop ging bewusst über Positionierung und Botschaften hinaus. Entscheidend war die Frage: Wie lässt sich herausfinden, ob die Idee am Markt tatsächlich funktioniert?
Gemeinsam identifizierte das Team sechs zentrale Hypothesen und ordnete sie danach, wie attraktiv, wirtschaftlich tragfähig und technisch umsetzbar die Idee ist.
Für jede Hypothese wurde eine passende Validierungsmethode ausgewählt. Dazu gehörten unter anderem Tests mit echten bestehenden Texten, bezahlte Pilotprojekte, eine kostenlose Testphase mit anschliessendem Kaufentscheid sowie ein einfacher No-Code-Freigabeprozess auf dem Mobiltelefon.
Aus diesen Bausteinen entstand eine Validierungs-Roadmap in drei Phasen: zunächst erste bezahlte Piloten verkaufen, danach den Service im manuellen Live-Betrieb testen und schliesslich den Übergang in ein laufendes Abo-Modell vorbereiten.
So wurde aus der Frage „Könnte diese Idee funktionieren?“ ein strukturierter Plan, um sie Schritt für Schritt am realen Markt zu überprüfen.
Mehrere KI-Werkzeuge im Zusammenspiel
Im Training kamen Claude, Google NotebookLM und Gemini zum Einsatz.
Claude unterstützte bei der Schärfung der Rollenprofile, den Kernbotschaften und der Hypothesenbildung. NotebookLM diente dazu, Workshop-Ergebnisse und vorhandene Unterlagen strukturiert als gemeinsame Wissensbasis aufzubereiten. Gemini wurde ergänzend für Recherchen zu Kanälen, Marktumfeld und regionalen Zugängen genutzt.
Dabei ging es bewusst nicht darum, sich auf die Antwort eines einzelnen KI-Modells zu verlassen. Das Team lernte, unterschiedliche Werkzeuge passend zur Aufgabe einzusetzen und Ergebnisse miteinander zu vergleichen und fachlich zu prüfen.
Ein konkreter Fahrplan für die nächsten Schritte
Nach dem Workshop verfügte GERRYFRICK nicht nur über geschärfte Zielgruppen und Nutzenversprechen. Es entstanden auch konkrete Hypothesen, passende Tests, eine chronologische Validierungs-Roadmap und eine Liste relevanter Zugänge zum Markt in Liechtenstein und der Ostschweiz.
Dazu zählen regionale Wirtschafts- und Branchenorganisationen, Business-Events, Wirtschaftsmedien, LinkedIn sowie Kooperationen mit Weiterbildungsinstituten.
Noch wichtiger ist die Methode dahinter: Das Team kann den Prozess von der Zielgruppenschärfung über die Hypothesenbildung bis zur Validierung künftig auf weitere Serviceideen und neue Kundensegmente übertragen.
„Danke für die Klarheit, die wir heute mit KI und dir, Julian, geschaffen haben.“
KI in der Praxis: Von der Idee zum Markttest
Das Praxisbeispiel von GERRYFRICK zeigt, wie KI dabei unterstützen kann, aus einer ersten Geschäftsidee einen strukturierten Weg in den Markt zu entwickeln.
Nicht indem KI entscheidet, ob eine Idee erfolgreich sein wird. Sondern indem sie hilft, Zielgruppen präziser zu verstehen, Nutzenversprechen zu schärfen, Annahmen sichtbar zu machen und die richtigen Tests für den nächsten Schritt vorzubereiten.
So bleiben sowohl die Ergebnisse als auch die Fähigkeit, neue Ideen systematisch weiterzuentwickeln, im Unternehmen.


